Warum dieses Projekt?

Eine stärkere Vernetzung der Bereiche Klimaschutz bzw. Klimawandelanpassung und Gesundheitsförderung ist das Ziel der Initiative „Klimawandel, nachhaltige Entwicklung und Gesundheit“. Im Rahmen von Gesundheitsförderung 21+ unterstützt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)  in Kooperation mit dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) deshalb erste Impulse für ein gemeinsames Aktivwerden an den Schnittstellen dieser Bereiche.
Das Projekt "Klimakompetenz in der Pflege" ist eines der hierbei geförderten Projekte und wird vom Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark durchgeführt.
Das gewählte Format (Online-Vorträge im Bildungsbereich mit Möglichkeit der Interaktion) wurde schon im Rahmen der  Klima- und Energieinitiative des Landes Steiermark „Ich tu´s – für unsere Zukunft“ in den Vorjahren erfolgreich mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt ("Klimawissen Online aus 1. Hand") und wird nun auf die Zielgruppe von Auszubildenden im Bereich Pflege umgelegt. 

Was wird angeboten?

Online-Vorträge

Im November 2021 finden 10 Online-Vorträge statt, bei denen alle Interessierten (Einzelpersonen oder Gruppe) teilnehmen können. 
Bei den behandelten Themen werden Referentinnen und Referenten aus dem Klima- und Gesundheitsbereich eingeladen, um Inputvorträge zu zukünftigen Entwicklungen, gesundheitlichen Belastungen als eine Klimawandelfolge, Klimawandelanpassungs-Maßnahmen im Pflegebereich u. a. anzubieten.  

Die Teilnahme ist für Personen aus ganz Österreich möglich und kostenlos.

Workshops

Neben dem Onlineangebot wird ein neues Workshopformat zum Thema Klima-/Gesundheitskrise und Resilienz aus der Perspektive der Neurowissenschaft als Präsenzveranstaltung entwickelt. 
Für diesen Workshop kommen Vortragende direkt an den Ausbildungsstandort, um mit einer Gruppe Auszubildender zu arbeiten. 
5 Termine, für die Sie sich bewerben können, sind für steirische Standorte zu vergeben.   
Es entstehen keine Kosten für die Teilnehmenden.


Materialien

Zu den behandelten Themen werden auch Informations- und Unterrichtsmaterialien präsentiert, mit denen die einzelnen Vortragsthemen vertieft werden können.  
Außerdem finden Sie hier eine Sammlung bereits bestehender Materialien zum Thema.

Ziele des Projekts

  •  Verknüpfung von Klimawissen und Wissen rund um den Pflegebereich für Auszubildende in Pflegeberufen.
  • Aufzeigen von kommenden Herausforderungen durch den Klimawandel, insbesondere bezüglich zukünftiger Hitzebelastung.
  • Aufzeigen von Klimaschutzmaßnahmen im beruflichen Tätigkeitsbereich der Teilnehmenden und von Klimawandelanpassungs-Maßnahmen in der Pflege.
  • Stärkung von Resilienz der Teilnehmenden gegenüber der Klima-/Gesundheitskrise.


 
Subziele:

  • Die Teilnehmenden nehmen den Zusammenhang zwischen Klimawandel und steigender gesundheitlicher Belastung ihrer Klienten bewusst wahr und sehen dieses Wissen als eine Grundlage ihrer Arbeit. 
  • Die Teilnehmenden erkennen die eigenen möglichen gesundheitlichen Risiken im Zuge des Klimawandels und Möglichkeiten zur Gegensteuerung. 
  • Die Teilnehmenden erkennen, dass die unterbewussten oder bewussten Sorgen um ihre Zukunft berechtigt sind, es aber möglich ist, damit gut umzugehen. 
  • Die Teilnehmenden erhalten besseres Wissen über psychische Belastungen und wodurch diese verringert werden können, damit sie dennoch ein gutes Leben führen können. 
  • Die Teilnehmenden können als MultiplikatorInnen diese Unterstützungshilfen, mit den Sorgen besser klarzukommen, an ihre KlientInnen weitergeben. 
  • Die vermittelten Inhalte werden von den TeilnehmerInnen multipliziert und kommen auch zur Anwendung und die im Zuge des Projekts vermittelten Empfehlungen werden umgesetzt. 
  • Die Teilnehmenden erkennen, wo sie in Beruf und Alltag ihren eigenen Treibhausgasausstoß minimieren können bzw. wie der Treibhausgasausstoß ihrer Einrichtung reduziert werden kann. 
  • Die angebotenen Workshops haben Modellcharakter und werden von den Teilnehmenden als Teil ihrer Kompetenzentwicklung gesehen. 
  •  Die Teilnehmenden sehen ihre Beteiligung als Förderung eines klimafreundlichen Gesundheitsverhaltens und schärfen ihren Blick für die Klimarelevanz der eigenen Arbeit. 
  • Gesundheitsfachkräfte werden vernetzt.

________________________________________________________________________________

Klimawandel und Gesundheit

Alle am Projekt Teilnehmenden werden im Rahmen der Aktivitäten auch über mögliche Klimaschutzmaßnahmen im eigenen Tätigkeitsbereich und über Klimawandelanpassungsmaßnahmen in der Pflegearbeit informiert.
Besonders betont werden zunehmende gesundheitlicher Risiken durch den Klimawandel - dazu zählen in Österreich vorrangig hochsommerliche Temperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit, die zu starker Wärmebelastung des menschlichen Organismus führen. Durch den Klimawandel treten ausgeprägte Hitzewellen (Hitzetage) sowie Tage und Nächte mit hoher Schwülebelastung (Tropennächte) immer häufiger auf. Bei Hitzestress steigen dementsprechend auch die Betreuungsansprüche von pflegebedürftigen Menschen in der stationären Pflege, in Altenheimen, in der mobilen Hauskrankenpflege bis hin zu Personentransporten. 

 


Auch hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit können ursächlich mit steigenden Lufttemperaturen im Zuge des Klimawandels in Zusammenhang gebracht werden, wobei diverse Risikofaktoren zu nennen sind. Dazu zählen zB hohes Alter (Veränderung von Körpertemperatur, Nierenfunktion und Gesundheitszustand sowie verringerte Wasseraufnahme und verminderte Körperbeherrschung; vulnerablere Temperaturregulation bei Frauen) aber auch sozioökonomische Aspekte wie Armut (geringere Wohnqualität der Bausubstanz bezüglich Dämmung und Klimatisierung). 

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, deren Risikopotenzial bei Hitzebelastung zunimmt. Zu nennen sind zB Diabetes mellitus und andere endokrine Störungen, organische psychische Störungen, Demenz, Alzheimer-Krankheit, kognitive Störungen und neurologische Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, koronare Erkrankungen, Reizleitstörungen), Atemwegserkrankungen, Nierenerkrankungen, Nierenversagen u.a.